Eishockey? Gibt’s nur bei uns.

Puh. Da hatte es auch uns die Sprache verschlagen. Per Skype diskutierten wir gerade den Korrekturlauf unserer siebten Ausgabe, als bestätigt wurde, was zuvor als Gerücht kursierte: Die Playoffs abgesagt, die Saison beendet! Drei Tage vor der Datenübergabe an unsere Druckerei.

Gestern Abend wäre das Playoff-Viertelfinale in der DEL2 gestartet, seit heute früh arbeiten die Maschinen, um Ausgabe 7 zu unseren Abonnenten und in den Handel zu bringen. Auch wenn kein Eishockey gespielt wird, laufen bei uns die Routinen ganz normal weiter. Denn auch wenn wir angesichts der freien Freitagabende und Sonntage eher Trübsal blasen, freuen wir uns riesig auf die Ausgabe. Und sind glücklich, dass wir Themen im Heft haben, die wieder zeitlos genug sind und Euch hoffentlich wieder Freude beim Lesen bereiten. Leute, Playoffs gibt’s diesmal eben nur bei uns.

Da wäre zum einen unser großes Interview mit Rekordnationalspielerin Andrea Lanzl. Auch sie ist betroffen vom Coronavirus. Wollte sie doch mit dem Frauen-Team bei der WM in Kanada die Olypmpia-Quali für Peking klarmachen. Wie sie mit der Absage umgeht, könnt ihr bei uns nachlesen.

Weil uns die herbe Kritik an den Schiedsrichtern beschäftigt hat, haben wir nachgefragt: Bei denen, die auf dem Eis die Entscheidungen binnen Sekunden treffen müssen. Und bei denen, die für die Unparteiischen zuständig sind wie Lars Brüggemann und Gerhard Lichtnecker. Außerdem haben wir Spieler befragt, wie sie die Schiedsrichter wahrnehmen. Herausgekommen ist kein weiteres Bashing, sondern ein reflektierter Blick ins Innenleben des Schiedsrichterwesens. Eine unserer ausführlichsten Storys, seitdem es DUMP & CHASE gibt.

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Ein ganz Großer, der nach dem jähen Ende der Saison keinen würdigen Abschied erhält, ist Christoph Ullmann. Einer der erfolgreichsten Spieler der DEL-Geschichte, aber auch einer, den man einfach mögen muss. Und wer könnte besser seine Karriere Revue passieren lassen, als sein langjähriger Weggefährte Marcus Kink. In seinem Gastbeitrag haut er so einige Anekdoten raus … Ulle, zieh’ dich warm an!

Was gibt’s noch in der #7? Wir haben uns anstecken lassen vom hitzigen Battle of Alberta, begeistern lassen von der Atmosphäre in Ambrì-Piotta, beeindrucken lassen von legendären Playoff-Bärten und haben über Basti Schwele gestaunt, der locker und leidenschaftlich DEL-Spiele kommentiert. Außerdem berichten wir ausführlich über den Neustart des EV Füssen. Wie kann sich ein Traditionsverein neu erfinden? Auch ein fettes Poster gibt’s wieder – ihr habt die Wahl zwischen David Pastrnak und Tim Stützle.

Also Leute, nehmt Euch die Zeit für Eishockey. Holt Euch Ausgabe 7. Bei uns geht die Saison weiter! Ab sofort könnt ihr die Ausgabe in unserem Shop bestellen. Oder euch ab 31. März im gut sortierten Zeitschriftenladen holen.

Euer Team von DUMP & CHASE
Jan, Matthias und Stefan

Kleine Fische, große Haie

 

Geschafft. DUMP & CHASE #6 befindet sich im Druck. In wenigen Tagen werden wir und etwas später auch ihr das neue Eishockey-Magazin in den Händen halten. Wir haben es tatsächlich geschafft, sechs Ausgaben in den vergangenen zwölf Monaten zu produzieren. Und auch diesmal hoffen wir, euch mit unserem Story-Mix zu überzeugen. Auf was könnt ihr euch freuen?

Unsere Titelstory befasst sich mit den Small-Market-Teams der DEL: Was macht Bremerhaven, Iserlohn, Schwenningen und Straubing aus? Wie unterscheiden sich die Standorte und was eint sie? Patrick Bernecker hat genau hingeschaut, Stimmen gesammelt und seine Ergebnisse für euch zusammengefasst.

Außerdem haben wir Goalie Philipp Grubauer gesprochen, der mit der Colorado Avalanche zum erweiterten Kreis der Favoriten auf den Stanley Cup zählt. Auch wenn die vergangenen Wochen nicht immer rund liefen für das junge Team aus Denver, blickt der gebürtige Rosenheimer optimistisch in die Zukunft.

Weit entfernt von der großen NHL ist unsere Hockey-Mom-Story. Was eine Familie auf sich nimmt, um den Kids den Lieblingssport zu ermöglichen, ist schon außergewöhnlich. Und wenn wir ehrlich sind: Die meisten der Kids machen das aus Liebe zum Sport, die NHL bleibt nur ein Traum.

Zutritt verboten? Nicht für unsere Leser: Einen einmaligen Blick hinter die Kulissen haben wir mit Dominic Pencz umgesetzt, der seit dieser Saison diversere DEB-Mannschaften als Fotograf begleitet hat. Als stiller Beobachter hat er die Männer- und die Frauen-Nationalmannschaft begleitet. Exklusiv in DUMP & CHASE zeigen wir eine Auswahl einzigartiger Motive.

In den Fotoarchiven haben wir lange gekramt, um uns in die neunziger Jahre zu begeben. Nach dem Bosman-Urteil schwappte eine ganze Welle Importspieler in die DEL. Besonders die Italo-Kanadier haben der Liga ihren Stempel aufgedrückt. Hach, wie herrlich waren doch die Zeiten des Wild-West-Eishockey?

Eine Reise in die Vergangenheit treten wir beim Stadioncheck an, der diesmal der altehrwürdigen Brehmstraße in Düsseldorf gewidmet ist. Tausende Kilometer weiter entfernt liegt der Winter Sports Complex in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat, den wir uns im Rahmen unserer Rubrik Eishockey exotisch angeschaut haben. Und wohin die Reise für die Kühlbox von MagentaSport im Februar gehen wird, verraten wir auch in der neuenAusgabe.

Die Themen in der Übersicht:

  • Small-Market-Team: Wie Bremerhaven, Iserlohn, Schwenningen und Straubing in der DEL bestehen
  • Kühlbox live von MagentaSport auf großer Reise
  • Eishockey exotisch: Turkmenistan
  • Good old hockey game: Andreas Pokorny
  • Zutritt verboten: Die Kabinen der Nationalmannschaften
  • Italo-Kanadier in der DEL: The good, the bad and the ugly
  • Stilfrage: Warum es keine Werbung auf den NHL-Trikots gibt
  • Philipp Grubauer: Die Nummer eins der Colorado Avalanche im Interview
  • Go green: Vegane Ernährung im Spitzeneishockey?
  • Die Eismacher: Das Winter Derby in Offenbach
  • Hockey-Mom: Ohne Mama geht nichts
  • Stadioncheck: Brehmstraße in Düsseldorf
  • Im Ruhestand: Die Minnesota North Stars

Haben wir Eure Vorfreude geweckt? DUMP & CHASE #6 erscheint am 28. Januar am Kiosk und ist jetzt schon in unserem Shop zu haben. Jetzt bestellen! Oder noch viel besser: Holt Euch jetzt unser neues Abo für nur 30 Euro, der beste Weg uns zu unterstützen.

Euer Team von DUMP & CHASE
Jan, Matthias und Stefan

Vier gewinnt

Als wir im Januar mit der Veröffentlichung von Ausgabe 1 in unser großes „DUMP & CHASE“-Abenteuer gestartet sind, gaben wir uns ein Versprechen. Nach einem Jahr schauen wir, wo wir stehen, was uns bewegt und welche Erfahrungen, Feedback und Erkenntnisse wir gesammelt haben. Damit haben wir in den letzten Wochen begonnen und viel diskutiert.

Wir haben jede Menge Zahlenmaterial zusammengetragen und ausgewertet: Verkaufserlöse, Abonnentenzahlen, Werbekunden, Einnahmen und Ausgaben … Wir haben viele Szenarien entwickelt, uns Gedanken gemacht, Ideen geschmiedet und verworfen. Letztlich sind wir nun aber sicher, eine passende Agenda für das neue Jahr entwickelt zu haben. Heute wollen wir euch diese genau vorstellen.

Zeit für Eishockey?

Wir sind immer noch das kleine Dreier-Team, das DUMP & CHASE vor nun fast zwei Jahren ins Leben rief. Zu dritt ein solches Projekt zu stemmen und nebenbei noch unseren „echten Jobs“ für das Abendbrot und das monatliche Eisgeld nachzugehen, ist anstrengend. Umso stolzer sind wir auf jedes einzelne Heft, das in 2019 erschien.

Ursprünglich rechneten wir mit einem Rhythmus für sechs Ausgaben im Jahr. Das werden wir für die erste Runde auch so hinkriegen: Von Januar bis Januar werden wir euch sechs Hefte vorgelegt haben.

Doch im Nachhinein ist man immer schlauer. Als wir noch weit vor dem ersten Heft Gespräche über unsere Ideen geführt haben, hörten wir immer wieder jene mahnenden Worte: „Sechs Ausgaben? Das ist ziemlich anspruchsvoll. Startet lieber mit vier.“ Jetzt, wo wir gerade in der Produktion der Ausgabe 6 stecken, wissen wir: Da ist was dran! Wenn es nur darum ginge, ein spannendes Eishockey-Magazin redaktionell zu füllen, dann könnten wir zwölf Jahresausgaben drucken.

Aber DUMP & CHASE ist so viel mehr als das reine Heft-Machen: E-Mail-Anfragen, Shop- und Abonnentenverwaltung, Buchhaltung, Anzeigenverkauf, Finanzen, Logistik, Marketing, Merchandise, Social Media, Vertrieb und vieles mehr. Jeder einzelne Bereich ist ziemlich komplex und wird von uns komplett selbst beackert.

DUMP & CHASE ist für uns wohl die aufwendigste Freizeitbeschäftigung schlecht hin. Freizeit, weil wir alles im Feierabend oder am Wochenende machen und bis heute keinen Cent an uns bezahlt haben. Jeder Umsatz-Euro ging an Autoren, Fotografen und ins nächste Heft.

Ein Stück Idealismus bewahren

Als Idealisten macht es uns nichts aus, dass für uns im ersten Jahr keinerlei monetärer Ausgleich drin war. Doch man muss kein großer Mathematiker sein, um zu verstehen, dass man so kein Unternehmen führen kann. Es muss sich etwas ändern.

Unsere Kosten setzen sich aus verschiedenen Posten zusammen: Neben Papier und Druck kosten uns auch Vertrieb, Bildrechte und Autoren eine Menge Geld. Mit Letzteren arbeiten wir eng zusammen, eine gerechte Bezahlung ist insbesondere hier für uns selbstverständlich!

Wir wollen euch einen besseren Eindruck der Summen geben, von denen wir hier sprechen. Für die reine Heftproduktion – das heißt, Fixkosten für die verschiedensten Dinge kommen hier noch oben drauf – laufen bei jeder Ausgabe Rechnungen mit folgenden Beträgen auf:

Druckkosten für Heft und Poster ca. 13.000 Euro
Kosten für Bildrechte und Autorenhonorare ca. 4.000 Euro
Vertrieb (Einzelhandel und Abonnenten) ca. 4.000 Euro
Gesamtkosten je Ausgabe ca. 21.000 Euro

Jede Rechnung haben wir selbstverständlich direkt beglichen. Doch um gesunde Finanzen zu haben, ist es für uns extrem wichtig, mehr Anzeigen zu verkaufen! Dafür wollen wir uns mehr Zeit nehmen. Und deshalb haben wir uns entschieden, im neuen Jahr nach Ausgabe 6 nur vier weitere Hefte zu produzieren.

Mit mehr Luft zwischen den Ausgaben werden wir mehr Zeit für die Vermarktung unseres Heftes haben. Das bedeutet für euch neben den größeren Abständen zwischen den Nummern hoffentlich auch mehr Werbung im Heft. Aber nur so kann es langfristig funktionieren. Der Copypreis von 7,90 Euro wurde zu Beginn unseres Projektes oft kritisiert. „Viel zu teuer!“ Doch vom Umsatz eines am Kiosk verkauften Heftes bleibt gerade mal 3,73 € netto für uns übrig. Der Rest geht an Vertrieb und Kiosk. Um hier richtig Kohle zu machen, bräuchten wir eine Auflage wie die Großen.

Deshalb ist das Abo für uns so wichtig!

Wer uns direkt unterstützen will, bestellt ein Abo oder das neueste Heft direkt bei uns. Denn das gibt uns Planungssicherheit. Wir können die kommenden Auflagen besser planen und bekommen mehr von der Marge – und das ohne Preiserhöhung. So können wir DUMP & CHASE zukünftig weiter voranbringen!

tl;dr

  • Die Ausgabe 6 erscheint im Januar 2020.
  • Im neuen Jahr erscheinen danach vier weitere Ausgaben.
  • Ein in unserem Shop gekauftes Heft oder Abo bringt uns mehr Geld als ein im Kiosk verkauftes Heft.

Geht’s raus, spielen!

Wenn der EC Bad Nauheim am 14. Dezember sein Heimspiel in der DEL2 gegen die Löwen Frankfurt bestreitet, dann sollte das ohnehin schon traditionsreiche Eishockey-Derby zwischen der beschaulichen Kurstadt und der benachbarten Finanzmetropole die Massen noch mehr elektrisieren als sonst üblich. Denn für dieses Spiel wird das Fußballstadion der Offenbacher Kickers am Bieberer Berg zur Outdoor-Eisarena umfunktioniert. Die über 20.000 Zuschauer fassende Arena in der aus Frankfurter Sicht ungeliebten Nachbarstadt Offenbach soll den Rahmen bieten für eines der bedeutendsten Spiele der Bad Nauheimer Eishockeygeschichte.

Doch irgendwie scheint das bevorstehende DEL2-Winter-Derby unter keinem guten Stern zu stehen. Knapp zwei Wochen vor dem Spiel sind bei Weitem nicht alle Tickets verkauft, die Euphorie hält sich in Grenzen. Aber warum?

Bad Nauheim ist über alle Erwartungen gut in die Saison gestartet. Das Team von Trainer Christof Kreutzer hält sich konstant auf den vorderen Tabellenplätzen und hat den ewigen Rivalen aus Frankfurts bereits zweimal besiegen können. Zwar fallen aktuell gleich drei der vier gesetzten Importspieler verletzungsbedingt aus. Aber hier wurde auf zumindest zwei Positionen adäquat nachverpflichtet. In Anbetracht der sehr viel größeren Verletzungsmisere bei den Löwen Frankfurt, die gleich sieben Spieler auf der Verletztenliste haben und obendrauf noch drei U20-Nationalspieler für die bevorstehende WM abstellen müssen, stehen die Chancen auf einen Bad Nauheimer Sieg in diesem besonderen Derby ziemlich gut. Dass die Erwartungen im Frankfurter Fanlager momentan eher gedämpft sind, ist dementsprechend nachvollziehbar: Das Team in einer Schaffenskrise, das Spiel in Offenbach. Doch für die Anhängerschaft der Roten Teufel aus Bad Nauheim könnte es eigentlich kaum mehr Motivation geben, um die kurze Reise nach Offenbach anzutreten.

Doch Teile der Bad Nauheimer Fangemeinde haben sich gegen das sogenannte DEL2-Eventgame ausgesprochen und werden keine Stimmung machen. Eine voranschreitende Kommerzialisierung des Eishockeys wird als einer der Gründe dafür genannt, was den neutralen Beobachter doch eher verwundert.

Bei König Fußball hat die Kommerzialisierung längst alle Grenzen gesprengt. FIFA, UEFA, WM-Vergabe nach Katar, Korruption, Doping und Ethikkommission – man wendet sich langsam aber sicher ab. Doch im Eishockey, einem Sport der um jeden Sponsor und Mäzen, um jede Art der medialen Aufmerksamkeit hart kämpfen muss um sich zu behaupten, sind Anlässe wie solch ein Eventgame im Fußballstadion eine seltene und umso willkommenere Gelegenheit, um sich und seinen Sport einem breiteren Publikum zu präsentieren.

Auch DUMP & CHASE hat sich geärgert, als letzte Saison das DEL Wintergame in Köln von den öffentlich-rechtlichen Sendern mehr oder weniger ignoriert wurde. Umso mehr haben wir uns gefreut, als ein Spieler wie Kölns Mo Müller diese Ignoranz nicht einfach hinnehmen wollte und seine Verärgerung darüber öffentlich bekundete (nicht ohne positive Reaktionen und Folgen).

Deswegen steht für uns von DUMP & CHASE beim DEL2-Winter-Derby auch weniger das Punktspiel von Bad Nauheim gegen die Löwen Frankfurt im Fokus. Es ist der Sport an sich der hier zelebriert wird. Zwei Wochen vor Weihnachten ein Outdoor-Game im Fußballstadion, ein bisschen Show, etwas vorweihnachtliche Atmosphäre mit Glühwein und Bratwurst, Fans aus dem gesamten Land – wir werden da sein und mitfiebern (und je nach Wetterlage mitbibbern). Und in dem ein oder anderen Moment werden wir auch bestimmt an die „guten alten Zeiten“ zurückdenken, in denen sowohl der EC Bad Nauheim und auch die Löwen Frankfurt am Rande des Abgrundes standen und nicht davon zu träumen gewagt hätten, dass sie eines Tages ein solches Spiel bestreiten würden.

Wer beim Winter Derby dabei sein wird, kann unseren Stand besuchen.