3x3-Eishockey: Neues Format soll olympisch werden

Der Weltverband hat das Kleinfeldformat auf Tour gebracht. In Innsbruck sind erstmals Teams aus sechs Ländern mit je drei Feldspielern angetreten. Wie im Basketball soll auch die kleine Eishockey-Variante olympisch werden – mit ganz neuen Regeln.

3x3-Eishockey: Neues Format soll olympisch werden

Der Penaltyschütze läuft auf das Tor zu, Musik dröhnt aus den Boxen, der Goalie wartet auf den Move. Da stürmen von hinten fünf Spieler heran, der Schütze gerät unter Druck, der Torhüter wehrt den Puck ab, ein anderer Angreifer trifft im Nachschuss. Die jubelnden Spieler drehen ab, der Goalie holt die Scheibe aus dem Tor und spielt sie zum eigenen Teamkollegen, der nächste Angriff läuft – und die Uhr natürlich auch. Denn die Zeit wird nicht gestoppt. Nicht nach einem Foul, und auch nicht nach einem Tor. 

Beim 3x3-Eishockey ist vieles anders. Die Eisfläche ist nur 20 mal 40 Meter groß, Open-Ice-Hits sind verboten, der einzige Bullykreis – an der Mittellinie – wird nur zu Beginn jeder Halbzeit von zwölf Minuten benötigt, die blauen Linien sind gestrichelt und haben eine andere Funktion, es gibt keine Strafzeiten, dafür Penaltyschüsse, bei denen alle auf dem Eis eingreifen können. Und Tore, die doppelt zählen, einen Penalty für besonders faires Spiel und womöglich einen Punkt trotz klarer Niederlage.


„Die Regeln sollen das Ganze flüssiger und unterhaltsamer machen, ein bisschen anders“, erklärt Florian Mayer, der beim Weltverband IIHF für die neue Sparte zuständig ist und das Regelwerk verfasst hat: „Mir war wichtig, dass wir anders sind, aber den Sport, den wir lieben, mit den neuen Regeln nicht ins Lächerliche ziehen.“

Was sich der gebürtige Augsburger, der in Finnland lebt, ausgedacht hat, lässt sich derzeit in der Praxis anschauen. Im April in Innsbruck begann die „Breaking the Ice Tour“, mit der das neue Eishockey-Format etabliert werden soll. An der Olympiaworld (siehe Stadioncheck in DUMP & CHASE 30) im Schatten der Olympiaschanze von 1976 vor bis zu 3.000 Zuschauern, nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. „Wir bringen das Event zu den Menschen und nicht die Menschen zu dem Event“, betont Mayer, „wir spielen im Stadtzentrum.“

Weitere Spielorte in Europa sind in diesem Jahr geplant. Im Gespräch sind Zürich, Helsinki, Turin, Budapest, aber auch Berlin oder die nächstjährigen WM-Städte Düsseldorf und Mannheim. „2026 ist eine reine Promotionskampagne in Europa“, erklärt Mayer, möglichst viele Mitgliedsverbände sollen teilnehmen, Männer- und Frauenturniere sind vorgesehen. Es ist der erste Probelauf, der im kommenden Jahr weltweit ausgespielt werden soll. „Wir wollen die Serie auf Südamerika, Nordamerika und Asien ausweiten, um wirklich eine globale Tour zu starten“, sagt Mayer, „mit Weltmeisterschaften und dem wichtigsten Ziel – Olympia 2034.“